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Klettern

Annika klettert zurück an die Spitze

Am letzten Wochenende fand in Essen der zweite Wettkampf zur Nordrhein-Westfälischen Landesmeisterschaft im Sportklettern statt. Mit dabei wie immer Nils und Annika Beste.

Mit 61 Kletterern wurden zwar die durchschnittlichen Starterzahlen der vergangenen Saison erreicht, dennoch waren fast 30 Teilnehmer weniger am Start als beim Auftaktwettkampf in Frechen. Damit zeigte sich wieder einmal, dass der Kletterpütt in Essen als Wettkampfstätte ein kleines „Problemkind” in Bezug auf die Ausrichtung von Kletterwettkämpfen ist. Nicht nur die Organisation ließ zu wünschen übrig. Leider gelang es auch dem Routenschrauberteam nur in wenigen Fällen, dem Starterfeld angemessene Qualifikationsrouten zu bieten. Weite Züge oder schwierige Routeneinstiege hatten oft ein frühes Scheitern, besonders der kleineren Teilnehmer, zur Folge. Infolgedessen sank das Stimmungsbarometer während der Qualifikationsrunde spürbar.
 Annika Beste ließ sich davon jedoch keinesfalls anstecken. Im Gegensatz zum letzten Wettkampf in Frechen konnte man ihr die positive Grundstimmung sofort anmerken. So konnte sie drei von vier Qualis mit Bravour meistern, so dass sie die Qualifikationsrunde bei den Juniorinnen als Erste und bei den Damen als Zweite beendete.
 Auch im kurz darauf folgenden Juniorinnenfinale bewies sie weiterhin Nervenstärke. Die Finalroute begann mit einer waagerechten Dachpassage und schlängelte sich anschließend einen circa 15 Meter hohen Pfeiler entlang, der den Athleten einiges an Ausdauer abverlangte. Annika konnte sich als einzige in das obere Drittel der Wand hoch kämpfen und scheiterte schließlich, unter dem Jubel der Zuschauer, doch noch am vorletzten Griff. Trainer Mike Schuh kommentierte dies mit der ironischen Bemerkung „Warum hast du denn dort noch losgelassen?” Dennoch war er sehr zufrieden mit der Leistung seines Schützlings.
 Doch wie immer konnte nicht alles gut gehen. Nach dem ersten Platz bei den Juniorinnen fiel Annika bei den Damen doch noch um zwei Plätze auf den vierten Platz zurück. Dort wurde ihr eine ihrer Schwächen zum Verhängnis, nämlich das Meistern dynamischer Züge. Hinzu kam, dass Annika die einzige Doppelstarterin der Damenspitze war und somit einer höheren Belastung ausgesetzt war. Insgesamt gesehen zeigt sich allerdings trotz des kleinen Patzers eine deutliche Aufwärtstendenz. Dies lässt auf eine gute Platzierung beim Deutschen Sportkletter-Cup in Kempten am kommenden Wochenende hoffen.
 Weniger gut erwischte es ihren Bruder Nils. Trotz extremer Leistungssteigerungen in den letzten Monaten patzte er aufgrund von Nervösität und mangelnder Wettkampferfahrung in drei von vier Qualis. In der vierten konnte er allerdings noch einmal seine wahre Stärke beweisen, was aber nicht für einen Finaleinzug reichte. So wurde es am Ende ein doch recht enttäuschender neunter Platz, der zeigt, dass es für ihn immer noch ein großer Schritt bis in die starke NRW-Spitze der Herren ist.
 Fortgesetzt werden die Landesmeisterschaften am 2. November in Aachen, das Finale findet dann am 29. November in der Kletterhalle Big Wall in Senden-Bösensell statt. Hier wird die Sektion Recklinghausen Ausrichter sein, die schon jetzt alle Klettersportbegeisterten zum Zuschauen einladen möchte.

02.07.2003